S(mar)t. Wendeler Land


S(mar)t. Wendeler Land: Lenkungsgruppe nimmt Arbeit auf

Der Weg ist noch weit, ein weiterer wichtiger Schritt jedoch vollbracht. Die Lenkungsgruppe ist das erste Mal zusammengekommen. Es ist das zentrale Lenkungs- und Entscheidungsgremium des Smart Cities-Modellprojektes. Ein Projekt, für das der Landkreis St. Wendel einer der Ausgewählten unter insgesamt 86 Bewerbern ist. Der Titel: S(mar)t. Wendeler Land. Das Ziel: die Digitalisierung im Kreis vorantreiben. Dafür gibt es in den kommenden sieben Jahren über 15 Millionen Euro vom Bund, knapp 2 Millionen beträgt der Eigenanteil. „Die Zukunft ist digital – und wir haben die einmalige Chance, diese Zukunft zu gestalten, an die Bedürfnisse, an die Region angepasst, zum größtmöglichen Vorteil für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagte Landrat Udo Recktenwald zur Eröffnung des Lenkungsgruppen-Treffens. „Das Projekt lässt uns auch die Freiheit, Sachen auszuprobieren, zu versuchen, zu experimentieren.“ Dennoch müssen bestimmte Strukturen geschaffen, Gremien einberufen werden.

Eines dieser Gremien ist die Lenkungsgruppe. Der Vorsitzende ist der Landrat, hinzu kommen drei Kreistagsmitglieder, zwei Bürgermeister, die Kulturlandschafts-Initiative St. Wendeler Land sowie sechs Wirtschafts- und Sozialpartner aus dem Landkreis St. Wendel. Zu entscheiden hat das Gremium unter anderem über Strategiepapiere, die aus der Fachgruppe Innovation kommen. Dieses Gremium ist erstmalig vor wenigen Tagen zusammengekommen. Dort werden Projektvorschläge eingereicht, bewertet und abschließend als Strategiepapiere an die Lenkungsgruppe übergeben. Diese entscheidet ob und mit welcher Priorität die Strategien umgesetzt werden sollen sowie über den finanziellen Rahmen der einzelnen Projekte. Aus den einzelnen Strategiepapieren setzt sich die Gesamtstrategie des S(mar)t. Wendeler Landes zusammen. Über diese entscheidet der Kreistag.

Das S(mar)t. Wendeler Land hat vier Schwerpunkte, auch Ökosysteme genannt: Bürgerdienste, Daseinsvorsorge, Mitgestaltung und Mobilität. Projekte müssen in eines dieser vier Ökosysteme passen. Ideen kann jeder einbringen.

Kontakt: E-Mail: smartcity@lkwnd.de


S(mar)t. Wendeler Land: Erstes Treffen des Inno-Teams

Dass analog und digital keine Gegensätze sein müssen, sondern auch Synergien entfalten können, zeigte, fast schon plastisch, das erste Treffen des Smart City-Fachgremiums „Fachgruppe Innovation“ (Inno-Team) im Landkreis St. Wendel. Denn die Fachgruppe kam hybrid zusammen, ein Teil in der Aula des Gymnasiums Wendalinum, der andere digital.

„Das Inno-Team setzt sich aus wechselnden Vertretern der Kreiskommunen, aus Wirtschafts- und Sozialpartnern zusammen“, erläutert Philipp Reis, Chief Digital Officer beim Landkreis St. Wendel. Hintergrund ist das Bundesmodellprojekt Smart Cities, an dem der Landkreis teilnimmt. Dadurch soll die Digitalisierung in der Region vorangetrieben werden. Dafür gibt es für die kommenden sieben Jahre über 15 Millionen Euro vom Bund, der Kreis steuert zusätzlich knapp 2 Millionen Euro bei. Und das Inno-Team ist eine wichtige Säule des Smart City-Projektes.

„Die Zukunft ländlicher Räume ist ein ebenso entscheidendes Thema wie die Stadtentwicklung der Zukunft. Daher ist eine Angleichung der Lebensverhältnisse auf allen Ebenen von größter Bedeutung – ländliche Gebiete dürfen im Vergleich zu städtischen Ballungsräumen nicht abgehängt werden“, sagt Landrat Udo Recktenwald. „Hier soll unser Smart City-Modell S(mar)t. Wendeler Land ansetzen und einen Digitalisierungsschub für unseren Landkreis St. Wendel ermöglichen.“ Der Landkreis St. Wendel wolle eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung einnehmen. Recktenwald: „Dabei wird das Projekt als Lernprozess verstanden, wodurch auch der Mut zum Ausprobieren neuer Konzepte ausdrücklich erlaubt ist.“

Das Smart City-Projekt S(mar)t. Wendeler Land hat vier Schwerpunkte, auch Ökosysteme genannt: Bürgerdienste, Daseinsvorsorge, Mitgestaltung und Mobilität. Projektideen sollen idealerweise in eines dieser vier Ökosysteme passen. Dabei kann jeder Projektideen an das Smart City-Team herantragen. Doch bevor Ideen umgesetzt werden, werden sie geprüft: Zunächst durch das zuständige Team eines der vier Ökosysteme. Dann ist das Inno-Team an der Reihe. „Hier wird beratschlagt und bewertet – daher wird das Inno-Team auch als Beratungsgremium bezeichnet. Es kann bei Bedarf auf externe Fachexperten zurückgreifen und diese zur Beratung hinzuziehen“, erklärt Sabine Dorsch, Leiterin des Digitalen Kompetenzzentrums. Das Digitale Kompetenzzentrum soll als neu geschaffene Institution während des Projektzeitraums neben seiner Beratungsfunktion auch eine Schnittstelle zur Bürgerschaft schaffen, welche dadurch aktiv in den Smart-City-Prozess eingebunden wird.

Beim ersten Zusammenkommen des Inno-Teams galt es, organisatorische Einzelheiten zu klären. Anschließend sollten die Teilnehmer in Kleingruppen Erfolgs- und Bewertungskriterien für Projektideen erarbeiten. Die ermittelten Kriterien werden im nächsten Schritt durch das Smart-City-Team zu einem allgemeinen Prüfschema für künftige Projektideen ausgeformt.

Auch über erste Projektideen diskutierte das Inno-Team: Im Ökosystem Bürgerdienste etwa über IoT-Netzwerke. Reis erläutert: „Internet of Things, auf Deutsch: Internet der Dinge, ist ein Sammelbegriff für Technologien, die physische und digitale Objekte verknüpfen und sie so miteinander interagieren lassen. So können Geräte und Maschinen über das Internet gekoppelt werden. Als Beispiele gelten die digitale Paketverfolgung oder Umweltbeobachtungen, etwa die Messung von Luft oder Wasserqualität.“ Darüber hinaus wurden die Themen „altersgerechte digitale Assistenzsysteme“ und „digitale Mitgestaltungsplattform“ für den Landkreis St. Wendel aus verschiedenen Perspektiven analysiert und reflektiert.

Erweisen sich Projektideen, etwa die einer digitalen Mitgestaltungsplattform, im Prüfverfahren als sinnvoll und aussichtsreich, so wird dazu eine Abstimmungs- und Weiterentwicklungsvorlage für die „Lenkungsgruppe“ angefertigt. Diese besteht aus festen Vertretern der Kommunen, aus Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie der Kultur- und Landschafts-Initiative St. Wendeler Land. Sie nimmt eine entscheidende Stellung im Smart City-Modellvorhaben ein: Die Projektidee wird hier einer erneuten eingehenden Prüfung unterzogen. Nach Zustimmung der Lenkungsgruppe wird die Projektidee als Teilprojekt in die Smart-City-Gesamtstrategie integriert und als ein konkretes Konzept zur Umsetzung freigegeben.

Die erste Tagung der Lenkungsgruppe ist am 12. August.


Modellprojekt Smart Cities

Mit den Modellprojekten Smart Cities unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung zu gestalten. Ziel des Förderprogrammes ist es, sektorenübergreifende digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben.

Auf die Ausschreibung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat hatten sich 86 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland beworben. 32 Projekte wurden ausgewählt, darunter auch der Landkreis St. Wendel. „Erneut konnte der Landkreis St. Wendel mit einer aussagekräftigen und ambitionierten Bewerbung überzeugen“, freut sich der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald. ‚Smart Cities‘ wird einen enormen Digitalisierungsschub für unsere Region bedeuten – mit vier inhaltlichen Schwerpunkten: Bürgerdienste, Daseinsvorsorge, Mitgestaltung und Mobilität. Und dies unter intensiver Beteiligung unserer Kommunen und unserer Bürgerinnen und Bürger. ‚Smart Cities‘: das ist ganz großes Kino! Ein tolles Team hat ein tolles Konzept für ein tolles Projekt erfolgreich auf den Weg gebracht. Toll!“

St. Wendeler Land wird S(mar)t. Wendeler Land

Die Bürgerschaft, der Landkreis und seine acht Kommunen erarbeiten eine integrierte Smart City-Strategie, die digitale Einzelmaßnahmen interkommunal verknüpft und hilft, gewinnbringende Smart City-Lösungen für unsere ländlich geprägte Region zu entwickeln. In einem Co-Creation-Prozess nimmt die Bürgerschaft sowohl über das Kompetenzzentrum, das in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land verankert ist, als auch über die Bereichs-Leaderships aktiv an der Strategieentwicklung teil.

Der Strategieschwerpunkt liegt in der digitalen Nutzbarmachung der Ökosysteme Bürgerdienste, Nahversorgung, Mitgestaltung und Mobilität. Als Basis dient die interkommunale, modular erweiterbare S(mar)t. Wendeler Datenplattform. Zur Sicherstellung der Datenhoheit und als unabhängige Vertrauensinstanz steuert der Datentreuhänder die Datenverarbeitung. Ehrenamtliche Plattformpaten unterstützen die Inklusion aller Bevölkerungsgruppen. Darüber hinaus stärkt ein umfassendes Bildungsangebot die digitalen Fach-, Arbeits- und Alltagskompetenzen der Bürgerschaft. Der externe Wissenstransfer wird getragen von diversifizierten Wissens- bzw. Austauschformaten, wie dem jährlichen Smart Saarland Tag.

Eine kontinuierliche Evaluation regionaler Wertschöpfungs- und Datenkreisläufe soll Wirkungen und Effizienzen anhand von Nachhaltigkeitsindikatoren aufzeigen. Positive Wertschöpfungsbilanzen bilden die Grundlage für eine Verstetigung der Maßnahmen und für eine zielgeleitete Entwicklung des Landkreises im Sinne eines gemeinwohlorientierten S(mar)t. Wendeler Landes.

Vier Ökosysteme

Bei „S(mar)t. Wendeler Land schafft Transparenz“ geht es etwa um die Echtzeitdatenaufbereitung zur Information der Zivilgesellschaft, der Unternehmen und ehrenamtlicher kommunaler Entscheidungsträger. Mit „S(mar)t. Wendeler Land tauscht sich aus“ werden der Zugang zu Informationen vereinfacht, Bürgerbeteiligung und demokratische Entscheidungsprozesse gestärkt. Um eine bedarfsgerechte und bezahlbare Mobilität geht es im Ökosystem „S(mar)t. Wendeler Land nimmt Fahrt auf“. Eine zukunftsorientierte Daseinsvorsorge, die Stärkung unserer Dörfer und regionaler Anbieter steht bei „S(mar)t. Wendeler Land liefert ab“ im Fokus.