April 2021

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Landkreis St. Wendel ist kein Landkreis, der abwartet oder resigniert, sondern selbst vorangeht und neue Wege sucht – nein, das ist kein Eigenlob, das sind vielmehr die Worte des saarländischen Umweltministers Reinhold Jost, der in den vergangenen Wochen mehrmals in unserer Region zu Gast war. Und natürlich hat der Minister recht: Mutig und durchdacht gestalten wir unsere Region für unsere Bürgerinnen und Bürger, sorgen dafür, dass unser St. Wendeler Land eine lebens- und liebenswerte Heimat ist und bleibt. So wirkt etwa die Kultur-Landschafts-Initiative St. Wendeler Land (KuLanI) seit über 25 Jahren erfolgreich auf dem Feld der Regionalentwicklung. Der Geburtstag konnte im vergangenen Jahr pandemiebedingt leider nicht gebührend gefeiert werden. Daher haben wir in diesem Jahr im kleinen Rahmen, selbstverständlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, ein kleines Resümee der Arbeit der KuLanI gezogen, und dazu Minister Jost begrüßt. Der Erfolg der KuLanI wäre nicht denkbar ohne Werner Feldkamp, der 24 Jahre lang Vorsitzender war. Er war Ideengeber, Antreiber und stets verlässlicher Partner der Regionalentwicklung in unserer Heimat und ist jetzt KuLanI-Ehrenvorsitzender. Er legte die Grundsteine, er baute Strukturen auf, er belebte unsere Heimat. Eine Arbeit, die sein Nachfolger Thomas Gebel, der seit 2018 den Vorsitz innehat, erfolgreich fortführt und zuvor als Stellvertreter schon lange intensiv begleitet hat. Gebe es die KuLanI nicht, müsste man sie erfinden! Informationen zur KuLanI finden Sie unter: www.kulani.de.

Der Landkreis St. Wendel geht voran und sucht stets neue Wege – etwa bei der „wirtschaftlichen Potenzial- und Organisationsanalyse zur Durchführung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz im Landkreis St. Wendel“, die wir durchführen. Der Gedanke hinter der etwas sperrigen Bezeichnung des Projektes: Wir wollen untersuchen, welche neuen Geschäftsfelder für regionale Akteure im Kreis aufgebaut werden können, welche Organisationsformen und Geschäftsmodelle im Bereich der erneuerbaren Energien auch gewinnbringend sein können. Ein Projekt, das hervorragend zu unserer Initiative „Null-Emission Landkreis St. Wendel“ passt, mit der wir ein ehrgeiziges Ziel verfolgen: Bis 2050 soll unser Energieverbrauch CO2-neutral sein. Der Energieverbrauch im Landkreis St. Wendel verteilt sich momentan auf drei Säulen: Wärme mit 54 Prozent, Mobilität mit 31 Prozent und Strom mit 15 Prozent. Im Stromsektor haben wir bisher die größten Fortschritte gemacht, 88 Prozent des Gesamtstrombedarfs wird aus erneuerbaren Energien, vor allem Windkraft, erzeugt. Hinzu kommen 26 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, sodass wir folglich 14 Prozent mehr grünen Strom erzeugen als verbrauchen. Der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor beträgt lediglich 4 Prozent, bei der Mobilität unter einem Prozent. Hier schlummern Potentiale, die wir nun untersuchen. Übrigens wird das Projekt unter anderem durch EU-Mittel gefördert, daher war wer mit einem Scheck bei uns? Klar: Minister Reinhold Jost!

Geld von der EU, aber auch vom Land gibt es auch für ein weiteres Projekt, das der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) bei uns durchführen wird. Hierbei geht es um die Stärkung des Alltagradverkehrs. Ein Projekt, das hervorragend zu unserem Landkreis passt, schließlich geht es auch um CO2-Einsparung, um Umweltschutz, um das Setzen auf alternative Mobilität. Das Projekt wird vor allem Schulen und Unternehmen ansprechen. In Schulen sollen mit Schülern und Lehrern gemeinsam Strategien zum Ausbau der Radnutzung entwickelt werden, auch mit Workshops und Aktionstagen. In Unternehmen wird für das Radfahren geworben, als Alternative zum eigenen PKW. Spannende Projekte, die unseren Landkreis weiter voranbringen werden! Aller guten Dinge sind drei: Auch hier war Reinhold Jost unser Gast! Ob er bald in den Kreis zieht?


Ihr Landrat
Udo Recktenwald